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"IACE, was ist IACE?", werde ich oft gefragt. Wenn ich gerade meinen Computer zur Verfügung habe, zeige ich den Leuten meist den folgenden Text, der vom französischen Aero-Club geschrieben wurde und den IACE ganz gut beschreibt:


"Sie fliegen kommerzielle Flugzeuge, den Airbus A340-600, die Boeing B747-400 oder die Fokker 100, bei den größten Luftlinien der Welt; sie beschützen ihre Heimatländer, indem sie die Mirage 2000-5, den Gripen, die F-16 oder die F-18 steuern; sie unterstützen die humanitären Einsätze der UNO, da sie Hilfsgüter mit ihrer C-160 Transall, Cougar MK2, Blackhawk oder C-130 Hercules in die Krisengebiete der Erde fliegen.
Sie arbeiten bei den angesehensten Luftfahrtkonstruktionsbüros. Sie sind ganz vorne dabei, beim Airbus A380 Projekt oder entwickeln gerade das Segelflugzeug der Zukunft, das einer von ihnen, der 2-fache Weltmeister im Streckenflug, fliegen soll.
Ihr Interesse an der Fliegerei hat ihnen geholfen, Berufe zu ergreifen, die soweit verstreut sind, wie sonst nirgendwo in einer Branche: Luftfahrzeugkonstrukteur, Pilot, Fluglotse, Dispatcher, Loadmaster oder Luftfahrzeugwart. Auch wenn sie nicht durch den Beruf mit der Luftfahrt verbunden sind, stehen sie doch treu zu ihrer "luftigen" Organisation. Diese Mädchen und Jungs waren, sind und werden die besten Repräsentanten ihrer Nation und ihrer Organisation sein.

Sie kommen von überall auf der Welt. Ihre Wege kreuzen sich möglicherweise nur einmal, aber sie werden nie in ihrem Leben vergessen, wie sie zusammen gehalten haben, wie sie miteinander gelebt haben. Sie waren auserwählt sich zu treffen und ihre Erlebnisse in einer fremden (fliegerischen) Kultur miteinander zu teilen.
Sie waren dabei; sie spürten sie, die einmalige Faszination, einer von 560 Air Cadets zu werden, die jedes Jahr die Chance bekommen, teil zu nehmen am ...

INTERNATIONAL AIR CADET EXCHANGE"

 

 

 

 

Aber was ist der IACE genau? Um diese Frage beantworten zu können, muss man selbst dabei gewesen sein. Um eine Ahnung zu bekommen, was es heißt ein Air Cadet zu sein, habe ich hier ein kleines Tagebuch zusammen geschrieben:

Mittwoch, 18. Juli 2001
Die österreichischen Air Cadets traten ihre Reise vom Salzburger Bahnhof aus um Mitternacht an. Nach einer sieben Stunden dauernden Fahrt nach Frankfurt am Main zur amerikanischen Rhein-Main Air Force Base und acht Stunden Wartezeit im Luftwaffenstützpunkt ging es endlich ab nach Paris. Um 22h erreichten wir - Air Cadets aus Finnland, Israel, den Niederlanden, Österreich, Schweden und der Türkei - schließlich das "TimHotel", wo wir die Cadets aus Hong Kong, Kanada und den Vereinigten Staaten trafen.

 

 

Donnerstag, 19. Juli 2001
Nachdem wir um 8h Frühstück hatten, besuchten wir die Sehenswürdigkeiten von Paris. In der Pariser Hauptstraße, der Champs Elysèes, konnten wir für zwei Stunden die Pariser Innenstadt erkunden. Die meisten gingen zum "Triumphbogen", wo sich manche auch die Mühe machten, die 480 Stufen empor zu steigen. Danach aßen wir in der Militärakademie der französischen Armee. Am Nachmittag besichtigten wir den "Eiffelturm" und die Kathedrale "Notre Dame", wo wir ebenfalls unsere Zeit frei verbringen konnten. Leider wurde die Zeit beim "Eiffelturm" etwas knapp.
Anschließend kam es zum offiziellen Teil dieses Tages: Empfang im Rathaus von Paris. Der letzter Punkt in unserem stressigen Programm war eine gemütliche Bootsrundfahrt auf der Seine. Da es bereits dämmerte, als wir ablegten, konnten wir die Prunkbauten von Paris auch bei Nacht bewundern.

 

Freitag, 20. Juli 2001
An diesem Freitag wurden wir in Les Mureaux (im Westen von Paris) bei "EADS Launch Vehicles" erwartet. Es war faszinierend. Wir konnten die "Ariane IV"- und die "Ariane V"-Endmontage in den riesigen Hallen begutachten, sowie einige Bauteile in die Hand nehmen. EADS hat sogar ein eigenes Besucherzentrum aufgebaut, in dem sehr viel mit Lichteffekten gearbeitet wird - wie in Las Vegas. Anschließend gab es Mittagessen in der Werkscafeteria.
Zu Mittag begaben wir uns auf den Weg nach Paris, von wo aus wir mit dem TGV-Hochgeschwindigkeitszug nach Dijon fuhren.
In Dijon packten wir unser Gepäck in die Hotelzimmer und gingen zu einem Willkommens-Essen der besonderen Art. Nachdem wir vorzüglich gespeist hatten, musste jedes Land auf einer kleinen Bühne mit Mikrofon ein, für das jeweilige Land typisches Lied singen. Wir Österreicher z.B. jodelten und gaben eine klassische Operette zum Besten.

 

 

 

Samstag, 21. Juli 2001
Wir fuhren zum Flugplatz von Besancon, wo wir mit Segelflugzeugen (ASK 13, ASK21, Janus, Wasmer 30) die Gegend unsicher machten. Trotz des Superwetters war aber keine Thermik zu spüren. Zu Mittag picnicten wir im Flugplatzhangar. Nachdem wir den ganzen Tag geflogen sind, kehrten wir zum Abendessen in einem Restaurant mit einem großen Buffet ein.
Am Abend fuhren wir in eine Bowling Bahn. Leider wusste jeder, außer den Österreichern, wie man bowlt. Das Resultat kann man sich ja denken.

 

Sonntag, 22. Juli 2001
Diesen Tag stand folgendes auf dem Programm: "Tour Aérien des Jeunes Pilotes". Dies ist eine Flugshow, die den ganzen Sommer über duch Frankreich tourt und den Leuten zeigen soll, was Piloten mit ihren Flugzeugen so alles machen können. Wir sahen diese Show in Epinal. Zu den Höhepunkten zählten das "Team Apache" (PC-7), die "Patrollie de France" (Alphajet) und natürlich die Flugvorführungen der Dassault Mirage F1 und der Mirage 2000-5. Es war für jeden etwas dabei: Warbirds, Pitts, Cups, CriCri, ...
Dazu kam auch noch, das sich die Cadets im VIP-Bereich aufhalten durften. Somit hatten wir einen super Ausblick auf das Flugfeld und den Himmel. Nach den Vorführungen und dem Essen mit den Piloten der Show konnten wir uns auf das Flugfeld begeben und die Flugzeuge bestaunen.

Montag, 23. Juli 2001
Nach dem Frühstück verließen wir das Hotel, um den größten
Luftwaffenstützpunkt Frankreichs zu besichtigen, die "Guynemer Airforce Base" in Dijon.
Als erstes zeigten sie uns ihr Luftraumüberwachungssystem, sowie den Tower des Flugplatzes. Nachdem wir mit den Piloten zu Mittag gegessen hatten, konnten wir bei der Mirage 2000-5 Staffel von Dijon und der Mirage 2000D Staffel aus Metz (wegen Bauarbeiten in Metz vorübergehend in Dijon stationiert) "Probe-sitzen".
Am Abend waren wir bei einem Flugplatz eingeladen. Da dieser Flugplatz auch der Heimatflugplatz des "Team Apache" ist, das wir in Epinal gesehen haben, konnten wir deren PC7 genauestens inspizieren. In einem nahen Hangar waren drei Kampfflugzeuge (sehr ästhetisch: Corsair, Spitfire und Yak-3) aus dem Zweiten Weltkrieg untergebracht.
Auch während dem Essen hatten wir eine prima "Aussicht", denn mit drei Flugzeugen im Hintergrund lässt es sich einfach besser essen.

 

Dienstag, 24. Juli 2001
An diesem herrlichen Dienstag mussten wir schon um 6h aufstehen, da unser Militärflug nach Toulouse bereits um 8h geplant war. Wir flogen mit einer brandneuen CASA 235 in 1h 40min in Richtung Wärme. Nachdem wir in der "Francazal Air Force Base" im Offizierskasino gegessen hatten, brachte uns der gute alte Bus des Militärs zur "SEFA Verkehrsfliegerschule", wo wir mit Aerospatiale TB-20 Rundflüge machten.
Zum Abendessen gab es ausgezeichnete Meeresfrüchte in unserer Jugendherberge in Foix. Der Besitzer dieser Jugendherberge war selbst auch einmal Air Cadet und verwöhnte uns daher von A bis Z.
In Foix konnte jeder seine Zeit verbringen, wie es ihm beliebte. Dies war für einige von uns günstig, da zu dieser Zeit ein Jazz-Festival in der Stadt veranstaltet wurde.

 

 

Freitag, 27. Juli 2001
Wir verließen Foix um 8h, da uns EADS in Toulouse bereits erwartete. Bevor wir uns aber die Werkshallen von Airbus Industrie und ATR anschauen konnten, gingen wir in die Airbus VIP-Lounge um einen VIP-Kaffee zu genießen. Dann gings ab in die Hangars, wo die ATR42, die ATR72, die A300, die A310 und die A320 endmontiert werden. Nächster Programmpunkt war die (damals) größte freitragende Halle Europas, in der die Endmontagelinien der A330 und der A340 untergbracht sind. Nachdem wir die A340-500 und -600 gesehen hatten bekamen wir ein ausgezeichnetes Essen im VIP-Restaurant.
Wir konnten auch dem Airbus Training Center einen Besuch abstatten, wobei wir Simulatoren testeten und verschiedenstes Crew-Equipment ausprobieren durften.
Am Abend fuhren wir nach Pau, wo wir uns trennten um unsere Gastfamilien zu treffen.

 

Rens van der Burgt (NL) und ich wurden von der Familie Yout herzlich aufgenommen. Nach längerem Zittern, ob jemand in der Familie Englisch spricht, stellte sich heraus, dass Alain Yout Boeing 777-Pilot bei Air France ist und auch seine Frau Joelle Stewardess bei Air France war. Deren Sohn Cedric ist zur Zeit auch Steward. So hatten wir keine Verständigungs-probleme, zudem Joelle auch noch gut Italienisch und Alain fließend Deutsch sprach.
Wir zwei Air Cadets genossen auf jeden Fall drei wunderbare und abwechslungsreiche Tage bei den Youts.

 

 

Dienstag, 31. Juli 2001
Wir verließen um 8h unsere Gastfamilien mit Tränen in den Augen und bestiegen die CASA 235, die uns nach Paris brachte, ein zweites Mal. Nach 2 Stunden 10 Minuten landeten wir nach einem faszinierenden Anflug auf einem Luftwaffenstützpunkt im Norden von Paris.
Vom Flugplatz fuhren wir direkt zum Paris Charles de Gaulle International Airport, wo wir uns die Air France Einrichtungen ansahen. Nachdem wir mit den Chef-Piloten der Air France Airbus Flotte gegessen hatten, wurde uns das Flug-Management-System vorgestellt. Wir konnten auch im Kabinencrew-Trainingsbereich "trainieren". Dabei wurden wir in eine Flugzeugkabine gesetzt und anschließend wurde Rauch eingelassen (man hat die Hand nicht mehr vor den Augen gesehen). Auch diverse Evakuierungsprobleme, auf die man eigentlich nicht sofort denkt, wurden uns von den kompetenten Air France Mitarbeitern gezeigt.


Mittwoch, 1. August 2001
An unserem letzten Tag hatten wir noch ein sehr anstrengendes Programm. Nach nur einigem Schlaf sahen wir uns die "Dassault Falcon Service"-Einrichtungen an. Im Trainingscenter von DFS konnten wir in den Simulatoren von "Flight Safty International" Platz nehmen, bevor wir uns durch die Wartungshallen der Falcon 900/Falcon 2000 führen ließen. Natürlich durften wir auch in einen dieser Businessjets hinein schauen.


 

Nach dem Essen als Gäste von DFS besuchten wir das "Le Bourget Luft- und Raumfahrtmuseum". In diesem Museum findet man alles, angefangen von dem Nachbau des "Wright Flyers", über den originalen "Blériot Flyer", des Mirage 2000 Prototypes bis hin zu Satelliten. Natürlich berührten wir auch die "Ariane V" und betraten die "Concorde 001". Dieses riesengroße Museum ist ideal für Flugzeuginteressierte wie wir es waren, leider waren wir alle völlig geschafft.
Einige Minuten später mussten wir uns von unseren neuen Freunden aus Hong Kong, Kanada und den Vereinigten Staaten verabschieden, da diese Paris direkt mit dem Flugzeug verließen.
Nach diesem Abschied traten auch wir unsere Heimreise, mit Übernachtung in Metz, an.

 

Donnerstag, 2. August 2001
Wir verließen Metz um 8h und kamen in der Rhein-Main Air Force Base um 10h30 an. Mit Tränen in den Augen verließ die österreichische Delegation Frankfurt als erste um 12h30 in Richtung der Alpen.

   

 

 

 

Wie bereits oben erwähnt, kann man den IACE nicht so einfach beschreiben - man muss dabei gewesen sein!

 

 

 

Weitere Informationen unter www.iace.sub.cc!

Aus"flüge": IACE 2001 (Frankreich)



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