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Am 16. Juli 2002 war es endlich so weit. Ich durfte mich wieder "Air Cadet" nennen. 2001 fuhr ich gemeinsam mit vier weiteren Flugbegeisterten in die Republik Frankreich, in diesem Jahr war ich Teil einer zwei Personen zählenden Delegation nach Finnland.

 

Dienstag, 16. Juli 2002
Wir Österreicher verließen - wie auch ein Jahr zuvor - Salzburg gegen Mitternacht und erreichten so nach 6 Stunden Busfahrt Frankfurt am Main in den Morgenstunden des 16. Juli. Nur dieses Jahr trafen sich die Cadets nicht auf der vor Kurzem geschlossenen amerikanischen Rhein-Main Airforce Base, dieses Jahr nahm uns der internationale Flughafen "Fraport" auf. Wir - Cadets aus den Niederlanden, Österreich, Schweden und der Schweiz - waren die Letzten, die das Gastland ansteuerten, somit hatten wir viel Zeit, den "Fraport" zu erkunden.
Um 20h stiegen wir dann endlich in den Airbus A320 der Finnair ein, der uns in die finnische Hauptstadt Helsinki brachte.
Dort angekommen bezogen wir unsere tollen Unterkünfte in der Nähe des Flughafens Helsinki-Vantaa, im Bonus Inn Hotel.

 

 

Mittwoch, 17. Juli 2002
An unserem ersten richtigen Tag in Finnland stand eine kurze Reisebesprechung im Hauptquartier des finnischen Aero-Clubs am Programm, bevor es zum Geschäftsreiseflugplatz Helsinki Malmi ging, wo wir einen Einblick in die Organisation von Flugplatzbetreiber und Lotsen bekamen. Danach machten wir eine ausführliche Sight-Seeing-Tour durch Helsinki per Bus. Vorbei an der berühmten weißen Kathedrale, der ordodoxen Uspenski Kathedrale bis hin zum Sibelius Monument - um nur einige Sehenswürdigkeiten zu erwähnen.
Danach dinnierten wir im "Kappeli", einem der teuersten Restaurants Finnlands.

 

Donnerstag, 18. Juli 2002
Wir fuhren zeitig in der Früh zum finnischen Luftfahrtmuseum, wo wir eine spezielle Führung bekamen. Uns wurden sogar die für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Keller und Werkstätten des Museums gezeigt.
Am Nachmittag besuchten wir den finnischen Science-Park "Heureka", wo wir uns physisch und mental anstrengen durften.
Bevor wir in einem großartigen mexikanischen Restaurant unser Abendessen zu uns nahmen, konnten wir der weltweit einzigartigen und sehr beeindruckenden Felsenkirche einen Besuch abstatten.


 

 

Freitag, 19. Juli 2002
Ein gecharterter Bus brachte uns an diesem Morgen ins Landesinnere nach Räyskälä. Eigentlich findet man in Räyskälä nichts außer Wald und Wasser, außer man ist an der Fliegerei interessiert. In Räyskälä sitzt das Flugsportherz Finnlands und somit auch das "Finnish Sport Aviation Institute". Aus diesem Grund konnten wir an diesem Freitag den nationalen Fallschirmspringer- und Skydiver-meisterschaften beiwohnen.
Wir hatten ebenso die Gelegenheit, die finnische Natur näher kennen zu lernen.


Sonntag, 21. Juli 2002

An diesem verregnetem Morgen machten wir einen kleinen Rundflug mit einer Cessna 172, um Impressionen des "Land der Tausend Seen" einzufangen.
Als sich das Wetter besserte, konnten wir mit einem Freund der Organisatoren eine für mich ganz neue Sportart durchführen: "Parasailing" . Mit seinem alten Mercedes zog uns Jari Lethi auf zirka 50 Meter hoch - für mich ein völlig neues Gefühl am Fallschirm zu hängen - ganz allein.
Nachdem unser echt spannender und unterhaltender Landewettbewerb beendet war, begann unsere lange Reise in Richtung Polarkreis.

 

Nach einem tiefen Anflug in Ivalo angekommen, fuhren wir einige Kilometer per Auto weiter nach Saariselkä, wo wir im "Holiday Club", einem großartigen Resort Hotel, eincheckten.
Am Abend genossen wir die reine Natur. Wir wanderten auf den höchsten Hügel in der Umgebung, um bei der Mitternachtssonne einen gewaltigen Rundumblick über Lappland zu erhalten. Und es war wirklich so. Kein Haus, keine Stromleitung, kein Auto. Nur die Natur Lapplands.

 

Montag, 22. Juli 2002
Als wir nach vierzehn Stunden im Nachtzug endlich in Rovaniemi aussteigen konnten, wartete bereits eine Delegation der finnischen Luftstreitkräfte auf uns, die uns zum "Finnish Air Force Lapland Air Command" in Rovaniemi brachte. Nach sehr interessanten Vorträgen über die finnische Landesverteidigung konnten wir die "BAe Hawk" Jet-Trainer sowie die "Boeing F/A-18 Hornet" Abfangjäger in den bombensicheren Hangars des Stützpunktes genauestens besichtigen. Bevor es zum Mittagessen in das Offizierskasino ging, konnten wir noch kurz in den Flugzeugen Platz nehmen.
Nach dem Essen führten wir unsere Reise weiter fort in Richtung Ivalo, das zweihundert Kilometer nördlich des Polarkreis liegt. Aber diesmal nicht per Zug, sondern per "Fokker 27 Troopship", dem Transportflugzeug der Air Force in VIP-Bestuhlung.


 

 

Dienstag, 23. Juli 2002
An diesem Morgen flogen wir zurück nach Rovaniemi. Aber nicht normal: Jyrki, ein finnischer Hawk-Pilot und Kopf unserer militärischen Begleitung, fragte die Militärpiloten, ob wir nicht etwas Besonderes machen könnten. So flogen wir bei beachtlichen Turbolenzen mit 450 km/h in 500 ft (150 m) über Grund durch die Täler der Hügellandschaft Lapplands. Einfach faszinierend!
In Rovaniemi angekommen, besuchten wir das "Arktikum, the vibrant center of the arctic region".
Als nächster Punkt stand etwas ganz und gar nicht Normales am Programm: Besuch beim echten Santa Claus in seinem Christmas Village genau am Polarkreis.

 

Mittwoch, 24. Juli 2002
Wir gingen das letzte Mal an Bord der Fokker 27 des finnischen Militärs, welche uns zur Kauhava Air Force Base brachte. In Kauhava ist Finnlands "Top Gun", die Finnish Air Force Academy, sowie das finnische Kunstflugteam "Midnight Hawks" angesiedelt.
In der Kauhava Air Force Base wurden wir von unseren Gastgebern herzlichst empfangen. Bevor wir auf unsere sehr guten Militärunterkünfte gebracht wurden, empfing uns der Kommandant des Stützpunktes (welcher auch der Teamleader der "Midnight Hawks" ist) mit einigen Worten.
Am Nachmittag durften wir uns an dem dort stationierten "BAe Hawk"-Simulator im Normal- und Kunstflug testen. Als krönenden Abschluss wollten uns die echten Hawk-Piloten zeigen, welche Notfälle auf diesem Simultor wirklich geübt werden. Jedoch dachten sie nicht an den Vorführeffekt und stürzten kläglich ab.

 

 

 

Donnerstag, 25. Juli 2002
Am Morgen konnten wir einem typischen Missionbriefing (Vorbesprechung einer Mission - wie in Filmen) beiwohnen. Danach wurden wir auf allen Maschinen, die am Stützpunkt vertreten waren, eingewiesen: BAe Hawk, Valmet Redigo und Valmet Vinka.
Der letzte offizielle Programmpunkt an diesem Tag war die ganz private Flugshow der "Midnight Hawks", die genau über unseren Köpfen tanzten.
Am Abend wurden wir von den Militärpiloten zu einem exquisiten BBQ in den Officer's Club eingeladen.

 

Freitag, 26. Juli 2002
An diesem Tag sollten wir von den Militärmaschinen Valmet Redigo nach Pori, an die finnische Süd-Ost-Küste, geflogen werden, aber das Wetter ließ auf eine Undurchfühbarkeit des Fluges schließen. Nach längerem Warten wollten es die Piloten trotzdem versuchen - und ich hinten drinnen, denn schließlich musste ja einer der erste sein, der sich traut. Mein "Kapitän" war immerhin der Leader der "Midnight Hawks", und der bewies bereits, dass er fliegen kann.
Nach einem großartigen Tiefst-/Verbandsflug "in der Suppe" mit den wendigen Geschossen, landeten wir auf dem internationalen Flughafen von Pori; das Gepäck kam etwas später mit den langsameren Kolbenmaschinen Valmet Vinka nach.

 

Am Flughafen wurden wir von der Presse und dem Sportfliegerclub von Pori erwartet. Nach der Einquartierung an der "Finnair Air Academy" und dem Speisen in einem gehobenen Fischrestaurant, durften wir uns die "Finnair Air Academy" genauer ansehen. Wir bekamen eine kleine Einweisung und schon gings unter Aufsicht des Finnair Chef-Piloten los: Flüge auf diversen IFR-Trainern, und eine Platzrunde bei Nacht in einem "Beechcraft Super King Air 350"-Full-Motion-Simulator.
Natürlich konnten wir uns die realen Flugzeuge im Hangar auch ansehen.

 

Samstag, 27. Juli 2002
Segelfliegen stand auf dem Programm! Und wir hatten traumhaftes Thermikwetter!
Wir konnten zwischen dem polnischen Segler "PZL SZD-50 Puchacz", mit dem auch leichter Kunstflug geflogen wurde, und dem deutschen Hochleistungssegler "Schempp-Hirth Janus CT" entscheiden. Ich flog als letzter an diesem Tag und genoss die traumhafte Thermik im Janus somit etwas länger und vor allem intensiver, da wir den "Puchacz" einfach auskurbelten.
Danach gab es grandioses BBQ am Flugplatz.

 

 

 

Montag, 29. Juli 2002
Nachdem wir denn Sonntag für die Busreise zurück in die Hauptstadt nutzten, waren wir am Montag wieder ausgeschlafen und fit. Am Morgen waren wir beim nationalen Flag Carrier eingeladen: Finnair.
Nach einer umfassenden Information über Finnair im Hauptsitz wurden wir in die "Technical Area" am Flughafen Helsinki-Vantaa geführt. Wir konnten diverse Checks an den Flugzeugen der Airbus Familie, den Saab 340/2000, den MD-80 und den ATR42/72 beäugeln.
Anschließend waren wir im "Finnair Training Center" eingeladen, wo wir diverse Full-Motion-Simulatoren aus allen Zeitäras bewundern und sogar einen MD-80-Simulator ausprobieren konnten.
Am Abend wurden wir vom in Malmi ansäßigen Fallschirmspringer-Club zum BBQ eingeladen.

 

Dienstag, 30. Juli 2002
Am vorletzten Tag konnten wir der finnischen Luftfahrt-behörde, der"Finnish Civil Aviation Administration", einen Besuch abstatten. Nach einem langen, aber interessanten Vortrag über die Zukunft der europäischen Luftfahrt gingen wir ins Nebengebäude, wo sich die finnische "Air Traffic Controller School" und deren imposanter 360°-ATC-Tower-Simulator befindet.
An unserem letzten Abend in Finnland gingen wir zum Abendessen in ein berühmtes und dementsprechend teures Restaurant in Helsinki's Innenstadt.

 

 

 

Mittwoch, 31. Juli 2002
An unserem Abreisetag hatten wir früh aufzustehen, da unser Flug Helsinki früh am Morgen verließ. Somit packten wir in Windeseile unsere sieben Sachen und stiegen abermals in einen A320 der Finnair, der uns wieder nach Frankfurt brachte.
In Frankfurt angekommen, wurden wir bereits von den Österreichern erwartet.

 

 

 

 

 

Finnland war, wie oben erwähnt, bereits meine zweite Reise im Zuge des International Air Cadet Exchange und ich war auch 2002 hoch begeistert.
Ich finde den Grundgedanken des IACE einfach faszinierend und einzigartig, da man die Chance bekommt, Luftfahrtbetriebe, militärische Einrichtungen und verschiedene Kulturen in der Luftfahrt kennenzulernen, die man als Privatperson nie zu Gesicht bekäme. Und ganz nebenbei wird die Reiselust befriedigt.

 

 

Weitere Informationen unter www.iace.sub.cc!

Aus"flüge": IACE 2002 (Finnland)



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