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"The Pilot Maker", "Harvard", "Yale", "I-Bird", "Mosquito" oder einfach nur "Texan". Unter diesen Namen ist die North American SNJ-6/T-6 bekannt.
Anfangs wurde sie nur zum Training fortgeschrittener Kampfpiloten der US-Streitkräfte verwendet, die 17100 gebauten Maschinen kamen teilweise jedoch auch im Luftkampf zum Einsatz: Zweiter Weltkrieg, Korea, Algerien, im Kongo, Biafra, im mittleren Osten und in Lateinamerika. Die mit Raketen ausgestattete Version der Texan, die so genannte "Mosquito", feierte auch in Vietnam zahlreiche Abschüsse. Ob Abfangjäger, Kampfbomber, Überwachungsflugzeug, Aufklärungsflugzeug oder schlichter Fighter, die Texan konnte alle Rollen übernehmen.

Am 4. Jänner 2004 durfte ich einen 35 Minuten dauernden Mitflug inklusive Aerobatics in Kissimmee, Florida, genießen. Nach kurzem Gegenüberstellen des monströsen 2,7 Tonnen schweren Geräts gings los.
Kurz nach dem Start überließ mir der amerikanische Fluglehrer John das Steuer über den 49 Jahre alten Vogel - und die 600 Pferde. Eingewöhnungsphase. Es war wirklich zum Eingewöhnen. Das gesamte Flugzeug rüttelte und schüttelte mich durch, ganz zu Schweigen vom

Steuerknüppel. Die einzigen Worte, die er von mir durch den ohrenbetäubenden Lärm aufschnappte, als er mich fragte, wie sich das anfühle, waren "Sensitive, very sensitive". Ein Ausschlag von einem Zentimeter des Knüppels nach rechts reichte vollkommen, um eine normale Kurve zu fliegen. Umso größer waren meine Augen, als ich beim Kunstflug volles Querruder geben sollte. Mehr dazu aber später.
Nach zirka vier oder fünf Minuten erreichten wir unsere Flughöhe von 6000 ft und schlängelten uns zwischen den Wolken bis zum Kunstfluggebiet durch. Dass dieser Fluglehrer nicht viel vom Wolkenabstand hielt, war mir bereits im Steigflug aufgefallen. Wie auch immer, da dieser Warbird eigentlich ein "Airplane for Dummies" ist, genügte eine kurze Instruction vor den Kunstflugmanövern. Das Einizige, auf das man achten muss, ist, dass man nicht zu lange im Rückenflug fliegt und dass man den Knüppel nicht zu ruckartig nach vorne drückt. Denn der 9-Zylinder-Pratt&Whitney "Wasp" Sternmotor (280 Liter Treibstoff pro Stunde bei maximaler Leistung) würde bei solchen Manövern sofort zum Stillstand kommen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten eine normale Rolle zu fliegen (ich traute mich nicht volles Querruder zu geben), legte ich jedoch meine Scheu, das Flugzeug "richtig" zu fliegen, schnell ab und wir machten einige perfekt gelungene Loopings, Fassrollen und invertierte Kubanische Achten. Den größten Adrenalinstoß versprach jedoch die normale Kubanische Acht - wie gesagt, ich habe meinen Respekt schnell verloren - als ich im Rückenflug zu viel zog und der Warbird in einem Upside-Down-Stall rasant nach unten fiel. Nach wenigen hundert Fuss konnte ich den Flieger jedoch wieder abfangen und probierte es erneut: Das selbe Problem, jedoch schmierte die Texan diesmal nach innen ab. Fazit: Der "Null-G-Schmäh" funktioniert bei der Texan nicht. :-)
Nach einem eher unüblichen 2500 Fuss pro Minute schnellen Abstieg auf Platzrundenhöhe übernahm John wieder das Steuer und führte einen, für mich noch nie dagewesenen Anflug auf Kissimmee durch.

Wir fielen regelrecht vom Himmel, als John in einer 360° Kurve vor der Landebahn im Slip (!) bei Tempo 130 mph die Landeklappen fuhr. Ich hatte noch nie eine so derartig fantastische aerodynamische Bremswirkung miterlebt - ich hing richtig in den Gurten.
Nach dieser gekonnten Landung durfte ich im Slalom (wegen des riesigen Motors im Sichtfeld) zurück zum Vorfeld "taxeln".

Auf jeden Fall war dies ein perfekt gelungenes Abenteuer, das ich nur jedem weiter empfehlen kann: www.warbirdadventures.com

 

 





 

 

 



Upside-Down-Stall
:
0,93 MB, 0:35 Minuten

 

 

"Texan Rider" - Das ganze Video

 

 

 
   
   
   

Aus"flüge": Warbirdflug incl. Aerobatics



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