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"Bundesheer - aus welchem Grund benötigt ein neutrales Land wie die Republik Österreich ein Bundesheer?
Ein altertümlicher Verein, der einen, im unwahrscheinlichen Fall der Fälle, drohenden Feind nicht einmal annähernd aufhalten kann.
Für Kriegsspielereien verschlingt diese Institution jährlich Millionen von Euro, die dem österreichischen Steuerzahler angelastet werden."

Solche und andere Aussagen findet man an jedem Stammtisch, in jeder Zeitung.




Obwohl man als 20-jähriger, der gerade verpflichtet worden ist, "diesem" Bundesheer für 8 Monate beizutreten, nicht gerade positiv gesinnt ist, möchte ich hier ein etwas anderes Bild von den Leistungen der "grünen Männer" darstellen.

 

 

   

Nach der für mich natürlich harten Grundausbildung bei der Wach- und Sicherungskompanie des Fliegerregiment 3 wurde ich der 2. Staffel / Fliegerregiment 3 am Fliegerhorst Vogler in Hörsching bei Linz zugeteilt. Die 2. Staffel ist eine von 2 Hubschrauberstaffeln, die den mittelschweren Transporthubschrauber Bell 212 (in Lizenz von Agusta Italy gebaut) im Einsatz hat.
Als ich das erste Mal in den Hangar spähte, fiel mir sofort eine Bell 204 auf, an der ich während meiner HTL-Zeit bereits gearbeitet hatte. Mein einziger Gedanke war: "Hoffentlich wird diese alte Kiste nicht mehr geflogen". Als ich mir dann eine Agusta Bell 212 ansah, konnte ich nicht wirklich einen Grad der Modernisierung gegenüber der B204 feststellen und war ehrlich gesagt etwas geschockt.
Aber im Laufe der 6 Monate, die ich bei der 2. Staffel meinen Präsenzdienst ableistete, musste ich immer wieder feststellen, dass das überhaupt nicht erforderlich ist.

Am besten sah ich das bei den diversen Tiefflügen, an denen ich teilnahm: Die zwei Piloten flogen im Tiefstflug bei 90 Knoten (Reaktionszeit ca. 3 Sekunden) nach Karte! Und das so, dass die Bäume immer wieder soweit in Richtung Hubschrauber kamen, dass ich mir echt Sorgen machte.
Sieht man sich andere Luftstreitkräfte an, so fliegen diese genauso weit zu den Bäumen, in der selben Höhe und mit dem selben halsbrecherischem Tempo - aber mit GPS, Bodenwarngeräten und ähnlichem.
Mein Fazit generell über das Können der Piloten beim österr. Bundesheer: Respekt, ich bin begeistert.



Auch die Leistungen des Bundesheeres im Allgemeinen bräuchte ich, wenn man an die Hochwasserkatastrophen der vergangenen Jahre, an Galltür, etc. denkt, nicht kommentieren, dennoch möchte ich zum Thema Landesverteidigung einige Worte von mir geben.
Auch Österreich hat zur Zeit und wahrscheinlich auch in naher Zukunft mit terroristischen Anschlägen zu rechnen. Genau zu dienem Thema konnte ich einer bundesheer-internen Leistungsschau am Fliegerhorst Vogler beiwohnen; mit dem selben Ergebnis: Respekt!
"Eine Gruppe Terroristen belagert einen strategisch wichtigen Punkt. Das letzte Ultimatum diesen Punkt zu räumen verstreicht; plötzlich tauchen am Horizont über 20 Transporthubschrauber vom Typ AB212 auf - voll beladen mit Einsatzgruppen vom "SEK Cobra" und des "Kommando Jagdkampf". Die Hubschrauber schweben gefechtsmäßig ein, sichern, entladen ihre unter Umständen tödliche Fracht. Die Terroristen wurden innerhalb von Sekunden kampfunfähig gemacht. Gestellt, trotzdem eindrucksvoll."

 

Ein echter Fan des Bundesheeres bin ich in den 8 Monaten nicht geworden; wenn mich aber auf der Straße jemand mit den oben genannten Aussagen konfrontiert, muss ich dieser Person entgegen halten.
Ob Einheiten wie diverse Jagdpanzerkompanien für ein neutrales Land wie Österreich sinnvoll sind, sei dahin gestellt.
Eine Airforce brauchen wir.

 

 

 

  "Chopper ³" - Das Video  

 

 


 

 



   
   

Aus"flüge": 2. Staffel / Fliegerregiment 3


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